Du brauchst nicht mehr Motivation. Du brauchst ein Umfeld.
Wir reden viel über Motivation, über Disziplin, über Routinen und über Ziele. All das ist auch wichtig. Es wird allerdings ein Faktor massiv unterschätzt.
Wenn du jeden Tag mit Menschen verbringst, die Veränderungen grundsätzlich skeptisch sehen, ,,Sicherheit'' über Entwicklung stellen und für jedes Vorhaben zuerst zehn Gründe finden, warum es nicht funktionieren kann, wird das etwas mit dir machen. Nicht sofort, aber schleichend.
Du fängst an, kleiner zu denken, vorsichtiger zu entscheiden und weniger zu verlangen. Von dir selbst und vom Leben.
Das Gegenteil funktioniert genauso. Wenn du mit Menschen arbeitest, die Ziele haben, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig fordern, verschiebt sich dein eigener Maßstab. Plötzlich wirkt das, was gestern noch ambitioniert war, ziemlich normal.
Ich habe über die Jahre in verschiedenen Branchen gearbeitet, Unternehmen aufgebaut, Teams geführt und viele unterschiedliche Menschen kennengelernt. Dabei habe ich immer wieder dieselbe Erfahrung gemacht. Menschen passen sich an ihr Umfeld an. Nicht immer bewusst. Aber fast immer.
Wenn in einer Gruppe Leistung normal ist, wird Leistung normal. Wenn Weiterbildung normal ist, wird Weiterbildung normal. Wenn jeder Verantwortung für seine Ergebnisse übernimmt, fällt es schwer, dauerhaft Ausreden zu suchen.
Deshalb glaube ich auch nicht daran, dass man jeden Menschen permanent motivieren muss. Das funktioniert kurzfristig. Langfristig braucht es etwas anderes. Eine Umgebung, in der Entwicklung erwartet wird.
Frag dich einmal, mit welchen fünf Menschen du beruflich die meiste Zeit verbringst. Und dann frag dich, ob diese Menschen dich größer oder kleiner machen. Fordern sie dich? Bringen sie neue Gedanken in dein Leben? Sprechen sie über Möglichkeiten oder hauptsächlich über Probleme?
Es geht dabei nicht darum, bestehende Freundschaften zu kündigen oder Menschen danach zu bewerten, wie erfolgreich sie sind. Es geht darum, bewusst zu entscheiden, welchen Einfluss du auf dein eigenes Denken zulässt.
Gerade beruflich halte ich diesen Punkt für entscheidend. Viele Menschen suchen bei einem beruflichen Wechsel zuerst nach dem perfekten Unternehmen, dem perfekten Gehalt oder der perfekten Position. Ich würde heute noch eine andere Frage stellen. Mit welchen Menschen werde ich dort jeden Tag arbeiten?
Denn genau diese Menschen beeinflussen, wie du in drei, fünf oder zehn Jahren denkst. Karriere entsteht selten durch eine einzelne große Entscheidung. Sie entsteht durch hunderte kleine Entscheidungen. Und dein Umfeld beeinflusst einen erheblichen Teil davon.
Vielleicht brauchst du also gar nicht mehr Motivation.
Vielleicht brauchst du einfach Menschen um dich herum, für die das Leben, das du erreichen möchtest, bereits normal geworden ist.