Es waren einmal vier Frösche

Vier Frösche standen am Fuß eines hohen Berges. Es war kalt dort oben, windig und steil. Trotzdem wollten sie es versuchen. Sie wollten bis ganz nach oben laufen. Entlang der Strecke standen viele Zuschauer. Sie lachten und riefen durcheinander.

„Das sind doch nur Frösche.“

„Die schaffen das niemals.“

„Viel zu kalt da oben.“

Der Startschuss fiel und die vier Frösche liefen los. Am Anfang waren sie voller Energie. Doch schon nach kurzer Zeit wurde es spürbar kälter. Der erste Frosch begann zu zittern. Von unten rief jemand: „Siehst du, wir haben es doch gesagt. Das ist nichts für euch.“

Der Frosch blieb stehen. Er schaute nach oben, dann nach unten. Schließlich drehte er um. Die Zuschauer nickten zufrieden. „War klar. Er ist eben nur ein Frosch.“ Die drei anderen liefen weiter. Der Weg wurde steiler und ein starker Wind kam auf. Er drückte sie nach hinten, nahm ihnen die Luft. Die Stimmen von unten wurden lauter.

„Was soll das bringen?“

„Ihr werdet es nie schaffen.“

Der zweite Frosch verlor den Mut. Er kämpfte noch ein paar Schritte, dann blieb auch er stehen. Der Wind und die Worte hatten gewonnen. Zwei Frösche blieben übrig. Als sie fast achtzig Prozent des Weges geschafft hatten, begann es zu schneien. Der Boden wurde rutschig, die Sicht schlechter. Die Zuschauer riefen nun noch eindringlicher.

„Ihr erfriert da oben.“

„Seid vernünftig.“

„Ihr seid doch nur Frösche.“

Der dritte Frosch bekam Angst. Nicht nur vor der Kälte, sondern vor dem, was die anderen sagten. Ihre Stimmen saßen plötzlich in seinem Kopf. Er stellte sich vor zu scheitern, zu stürzen, zu erfrieren. Schließlich kehrte auch er um. Nur noch ein Frosch lief weiter. Der Schnee fiel dichter. Der Wind peitschte ihm ins Gesicht. Von unten schüttelten die Zuschauer den Kopf. Einige lachten, andere riefen immer noch, dass es unmöglich sei. Doch der Frosch ging Schritt für Schritt weiter. Langsam, aber ohne stehen zu bleiben. Und irgendwann stand er oben. Im Ziel warteten die Zuschauer. Sie waren erstaunt.

„Wie hast du das geschafft?“ fragten sie.

„Hast du nicht gehört, was alle gesagt haben?“

„Du bist doch auch nur ein Frosch.“

Der Frosch lächelte nur. Da sagte einer der anderen Frösche, der unten geblieben war: „Ihr braucht ihn nicht zu fragen. Er kann euch nicht hören. Er ist taub.“

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Du musst nur zwei Menschen zufriedenstellen. Dein fünfjähriges Ich. Und dein achtzigjähriges Ich.